Das alternative Heimatbuch

Aktivitäten und Aktuelles

Hier finden Sie so Einiges, was der Verein in den letzten Jahren gemacht hat bzw. was zur Zeit gemacht wird.

Zum 1. September 2019 hatte unser Verein den Flyer "Marpingen und der Nationalsozialismus" herausgebracht und an alle  Marpinger Haushalte, die das Gemeindeblatt beziehen, in einer Auflage von 3050 Exemplare verteilen lassen. 
Der Flyer steht unter dem Motto „Wer die Vergangenheit vergisst, ist verurteilt, sie zu wiederholen“ und beleuchtet die Gemeinde Marpingen in der NS-Zeit und auch darüber hinaus. 
Das NS-System erfreute sich in weiten Teilen der Bevölkerung, so auch in Marpingen, großer Beliebtheit und auch heute ist ein beängstigender Rechtsruck im Denken großer Bevölkerungsteile zu beobachten. 
In dem Flyer wird auf 14 Seiten in der gebotenen Kürze dargestellt, was sich in Marpingen hinsichtlich NS-Opfer, NS-Täter und Widerstand gegen das NS-Regime abspielte. Insbesondere werden die Marpinger NS-Opfer ausführlich benannt und ihr Schicksal beschrieben. Ein jüdischer Arzt, dessen Marpinger Existenz zerstört wurde und der flüchten musste, 3 Sinti-Kinder aus Urexweiler, die in Auschwitz ermordet wurden, ein Händler aus Urexweiler, der ebenfalls im KZ den Tod fand und der Widerstandskämpfer Alois Kunz aus Marpingen, der auch in Auschwitz ermordet wurde. 
Es werden auch 3 Täter benannt, 2 KZ-Aufseher und der NSDAP Ortsgruppenleiter, von denen zwei heute immer noch im Marpinger Ehrenbuch als Helden geehrt werden. 
Und es werden die wenigen Männer und Frauen benannt, die sich im Abstimmungskampf 1933/1934 gegen den Anschluss des damaligen Saargebietes an Hitler-Deutschland wehrten. Es waren noch keine 20 Personen. Späteren Widerstand gegen das NS-Regime gab es in Marpingen nicht.
Im September 2019 haben wir den Flyer zum bundesweiten Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz 2019" des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT) in Berlin angemeldet. Am 10. Dezember 2019 bekamen wir nun die erfreuliche Nachricht, das unser Flyer "als vorbildlich" eingestuft wurde und mit einer Prämie in 4-stelliger Höhe ausgezeichnet wurde. Bundesweit wurden 254 Projekte aus den 16 Bundesländern eingereicht und 63 von ihnen wurden prämiert.
Im Laufe des ersten Halbjahres 2020 werden alle Preisträger(innen) zu einer öffentlichen Preisverleihung eingeladen und gewürdigt werden.
Für unseren Verein ist es eine große Ehre, diese bundesweite Würdigung unserer Arbeit erhalten zu haben.

Vorstellung unseres Flyers "Marpingen und der Nationalsozialismus" am 29. August 2019

Liebe Leser(innen) dieser Zeilen, wir möchten Sie auf unsere 11. Marpinger Mühlengespräche aufmerksam machen. Der Vereinsvorstand hat einen Flyer erarbeitet mit dem Titel "Marpingen und der Nationalsozialismus". Am 1. September 1939, vor 80 Jahren, begann mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen der 2. Weltkrieg. Dieses Datum nehmen wir zum Anlass, unseren neuen Flyer vorzustellen. Er beleuchtet die Gemeinde Marpingen in der NS-Zeit und auch darüber hinaus.

Der Flyer steht unter dem Motto „Wer die Vergangenheit vergisst, ist verurteilt, sie zu wiederholen“. Das NS-System erfreute sich in weiten Teilen der Bevölkerung, so auch in Marpingen, großer Beliebtheit und auch heute ist ein beängstigender Rechtsruck im Denken großer Bevölkerungsteile zu beobachten. In dem Flyer wird in der gebotenen Kürze dargestellt, was sich in Marpingen hinsichtlich NS-Opfer, NS-Täter und Widerstand gegen das NS-Regime abspielte.

Der Flyer wird in einer Auflage von 3050 Exemplaren am Freitag, dem 30. August 2019, an alle Haushalte, die die Marpinger Nachrichten beziehen, verteilt. So kann sicher gestellt werden, dass ein großer Teil der Marpinger Bürger(innen) sich über die Geschehnisse in der NS-Zeit in Marpingen informieren kann bzw. angestoßen wird, weitere Nachforschungen anzustellen.

Zur Erinnerung an das traurige Datum 1. September 1939 laden wir zur Vorstellung des Flyers „Marpingen und der Nationalsozialismus“ ein.

Tag: Donnerstag, 29. August 2019,

Zeit: 19.00 Uhr

Ort: Kulturzentrum "Alte Mühle", 66646 Marpingen

In Anwesenheit von mehr als 80 Teilnehmer(innen), unter ihnen auch Landrat Udo Recktenwald, gedachte der Verein „Wider das Vergessen und gegen Rassismus“ mit einer Kranzniederlegung am Nationalen Gedenktag der unzähligen Opfer der Nazi-Verbrechen. Zum 23. Mal erinnerte der Verein in Marpingen an die Millionen Getöteten, die im faschistischen deutschen Rassenwahn ihr Leben lassen mussten. Sie waren unschuldig und wurden ermordet, weil sie Juden waren, weil sie Sinti oder Roma waren, weil sie homosexuell waren, weil sie behindert waren, weil sie Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter waren, weil sie als Volksschädlinge und minderwertig galten. 

Auch an Alois Kunz, den Widerstandkämpfer und ersten Sozialdemokraten in Marpingens wurde erinnert. Er kam nach 3 Jahren KZ Sachsenhausen im August 1942 ins KZ Auschwitz und wurde am 23. Oktober 1942 dort ermordet.

Der Vereinsvorsitzende Eberhard Wagner führte in seiner Ansprache aus, dass es nach wie vor öffentliche Ansätze gäbe, nun endlich einen Schlussstrich unter die unselige Nazi-Vergangenheit zu ziehen. Insbesondere mit dem Auftreten der AFD sei die Verharmlosung und Relativierung der Nazi-Verbrechen nicht nur in die Parlamente eingezogen und werde offensiv verbreitet, nein manche in der AFD gingen sogar soweit, die menschenverachtenden Ideologien der Nazis als politische Ziele heute zu propagieren. Als Beispiel nannte er den thüringischen AFD-Vorsitzenden Höcke, der je nach Wahlausgang im Herbst als Spitzenkandidat seiner Partei sogar Ministerpräsident dort werden könnte. Höcke spreche, wie andere in seiner Partei auch, von „einer von der Bundesregierung betriebenen Umvolkung“, die nur durch „ein großangelegtes Remigrationsprojekt" rückgängig gemacht werden könne. Dieses erfordere „natürlich gewaltsamste Verfahren“ und „wohltemperierte Grausamkeiten“. (Nachzulesen im jüngsten Verfassungsschutzgutachten über die AFD.) Das bedeute zu Ende gedacht, so Wagner weiter in seiner Ansprache, dass die mehr als 20% Menschen unserer Bevölkerung mit Migrationshintergrund aus Deutschland abgeschoben werden müssten.

Ebenso fabulierte in einem Gastbeitrag in der FAZ der Bundesparteivorsitzende Alexander Gauland über die „globalisierte Klasse“, die die „Informationen kontrollierte“ und deshalb „den politischen und kulturellen Takt“ vorgebe. Fast wortgleich hatte Adolf Hitler in einer Rede 1933 über „eine kleine wurzellose internationale Clique“ gehetzt und damit die Juden gemeint. Die Parallelen von heute in die Zeit vor der Machtübertragung an Hitler und die NSDAP sind unübersehbar.

Deshalb appellierte der Vereinsvorsitzende zum Schluss mit den Worten der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde München, Charlotte Knobloch, sei es „unser aller Verantwortung, dass das Unvorstellbare sich nicht wiederholen darf.“ 

Den vollständigen Wortlaut der Ansprache können Sie, liebe Leser(innen) dieser Zeilen auf der hompage des Vereins unter dem Menüpunkt „27. Januar“ nachlesen.

 

Einladung - 27. Januar - Nationaler Gedenktag an die Nazi-Verbrechen 

Liebe Leser(innen) dieser Zeilen, am 27. Januar jährt sich wieder einmal, im Jahr 2019 zum 74. Mal, der Tag der Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz. Dieser Tag wurde 1995 vom ehemaligen, leider verstorbenen Bundespräsidenten Roman Herzog zum "Nationalen Gedenktag an die Nazi-Verbrechen" erhoben. Seit 1996 legen wir an diesem Tag an der Erinnerungsplatte an Alois Kunz einen Kranz nieder und gedenken der Opfer des nationalsozialistischen Verbrecherstaates. Angesichts der politischen Entwicklungen in unserem Land, angesichts dessen, dass Rechtsradikale unverhohlen öffentlich die Nazi-Verbrechen relativieren oder sogar leugnen und angesichts dessen, dass viele Wähler(innen) der AFD offensichtlich vergessen haben, was Nationalismus und Rechtsradikalismus in und mit unserem Land angerichtet haben, rufen wir Sie, liebe Leser(innen) dieser Zeilen auf, an unserer Gedenkstunde teilzunehmen. Wir müssen zeigen, dass wir mehr sind. Deshalb laden wir Sie alle, die Sie den Rechtsruck in unserem Lande ebenfalls mit Sorge betrachten, herzlich ein. Im Anschluss an die Veranstaltung sind alle Teilnehmer(innen) zu einem Gedankenaustausch ins Mariencafe eingeladen.

Sonntag, 27. Januar 2019, 16.00 Uhr,

Gedenkplatte an Alois Kunz, neben der katholischen Kirche in Marpingen

9. November 2018 - Gedenkstunde 80 Jahre Reichspogromnacht in St. Wendel

Einladung für die Gedenkveranstaltung anlässlich der Reichspogromnacht, die sich am diesjährigen 9. November zum 80. Mal jährt.

Freitag, 09.November 2018, 16.00 Uhr.
Ort: Standort der ehemaligen Synagoge, Kelsweilerstraße 13, in St. Wendel.

Liebe Leser(innen) dieser Zeilen, gerne laden wir Sie zur Gedenkveranstaltung an die Reichspogromnacht am 9. November 2018 um 16.00 Uhr nach St. Wendel ein.
Nachdem unser Verein die Gedenkstunde erstmals 2009 initiert hatte in Zusammenarbeit mit dem Kreis und sie dann jedes Jahr organisierte, wird in diesem Jahr die Organisation der Kranzniederlegung alleine vom Kreis St. Wendel getragen. Wir waren im Vorstand der Meinung, dass es nicht auf Dauer Aufgabe einer zivilgesellschaftlichen Organisation wie unseres Vereins sein kann, allgemeingesellschaftliche Aufgaben zu übernehmen.
Im Anschluss an die Kranzniederlegung führt eine Lchterprozession in die evangelische Kirche, wo Konfirmand(inn)en in einer Präsentation an diese beschämende Nacht der Deutschen Geschichte erinnern. Sie zeigen u.a. ein mit dem Graffiti-Künstler Manuel Dusedann erarbeitetes Großkunstwerk. Die Musikgruppe "Aufbruch" wird die Präsentation der Jugendlichen musikalisch begleiten. Im Anschluss sind alle Teilnehmer(innen) zu einem Umtrunk im Gemeindesaal eingeladen.
Die Fakten des Pogroms am 9. und 10. November 1938, einem der   beschämendsten Tage in der deutschen Geschichte, sind mittlerweile vielen Menschen bekannt.  Über 1400 Synagogen und Betstuben gingen in Flammen auf oder wurden zerstört, 7.500 jüdische Ge­schäfte wurden ge­plün­dert, etwa 30.000 jüdische Deutsche wurden inhaftiert und in Konzentrationslager ver­bracht, von denen mehr als 800 die Haft nicht überlebten und mindestens 91 jüdische Deutsche wurden im Verlaufe des Pogroms direkt getötet.
In der Kreisstadt St. Wendel wurde die Synagoge am Abend des 10. November 1938 von SA-Leuten und Nazi-Anhängern, darunter auch viele Einheimische, geschändet und teilweise zerstört. Ein große Zuschauermenge wohnte dem Verbrechen bei.