Das alternative Heimatbuch

Aktivitäten und Aktuelles

Hier finden Sie so Einiges, was der Verein in den letzten Jahren gemacht hat bzw. was zur Zeit gemacht wird.

Im Mai 2013 erinnerten wir in einem Brief an den Bürgermeister der Gemeinde Marpingen (siehe weiter unten) an unseren Antrag, in einer kleinen Gedenkstätte an die Zwangsarbeiter(innen) der Gemeinde zu erinnern. Nun (30. November 2013) haben wir endlich eine mündliche Reaktion des Bürgermeisters. Im März 2014 soll es im Ortsteil Alsweiler eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Zwangsarbeiter(innen) in der Gemeinde geben. Unseren Antrag hatten wir am 15. Februar 2012 gestellt.

Am 28. Mai 2013 schrieben wir einen Offenen Brief ans Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel (siehe weiter unten). Leider haben wir bis heute (25.11.2013) noch keine Reaktion erhalten.

Am Samstag, dem 9. November 2013, legte der Vereinsvorsitzende Eberhard Wagner zusammen mit Landrat Udo Recktenwald in der Kelsweilerstraße 13, am Standort der ehemaligen Synagoge in St. Wendel, zur Erinnerung an die Reichspogromnacht von 1938 einen Gedenkkranzjpg nieder. Circa 80 Teilnehmer(innen), bedeutend mehr als in den vergangenen Jahren, wohnten der kleinen Zeremonie bei. Vor 75 Jahren, so der Vereinsvorsitzende Wagner, hätten an dieser Stelle unzählige Schaulustige gestanden und zugeschaut, wie die Synagoge niederbrannte, ohne dass die Feuerwehr den Brand versuchte zu löschen. Im Zuge der Gerichtsverfahren 10 Jahre später seien viele Zeugen und auch Beschuldigte vernommen worden, aber niemand habe sich erinnern können, wer den Brand gelegt habe oder wer dabei gewesen war. In St. Wendel habe eine kollektive Amnesie geherrscht, mit einem abgesprochenen Schweigen habe man sich der Verantwortung entzogen. Landrat Recktenwald wies darauf hin, dass die Gedenkstunde anlässlich der Pogromnacht nunmehr schon zum 5. Male seit 2009 durchgeführt werde und dass dies zeige, dass im Kreis St. Wendel eine neue nachhaltige Änderung der Erinnerungskultur Einzug gehalten habe.

Veranlasst durch den Artikel in der Saarbrücker Zeitung vom 18.04.2013, Seite C3, worin berichtet wurde, dass das Adolf-Bender-Zentrum vom Umweltministerium „rund 65.000 Euro“ und vom Kreis „mehr als 32.000 Euro“ Zuwendungen erhält, um die „Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinden in unserer Region“ aufzuarbeiten, hat der Vorstand beschlossen, an das ABZ einen offenen Brief zu schreiben. Darin bitten wir, wörtlich
„… bei der Gestaltung des Erinnerungsortes in der Kreisstadt St. Wendel mit auf die geplante Stelltafel aufzunehmen:

  • die Verlegungsorte der Stolpersteine und 
  • die Namen der im Zuge der Shoa ermordeten St. Wendeler jüdischen Menschen.

Darüber hinaus regen wir an, am Standort der ehemaligen Synagoge, heutige Kelsweilerstraße 13, ein entsprechend aussagekräftiges Mahnmal zu errichten.
Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie unsere Vorschläge in Ihr Vorhaben aufnehmen würden. Gerne sind wir bereit, bei der Umsetzung mitzuarbeiten.“

Der Vorstand war der Meinung, dass, da erhebliche öffentliche Mittel dafür bereitgestellt werden, auch die interessierte und kompetente Öffentlichkeit in die Umsetzung des Vorhaben eingebunden werden sollte, damit nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit etwas entsteht, womit man nicht zufrieden sein kann.
Den Brief haben wir an den Landrat, die Umweltministerin, Kulturlandinitiative St. Wendeler Land, die Kreistagsfraktionen, die evangelische Kirchengemeinde und die Presse versandt. Wir werden sehen, ob unser Anliegen auf offenen Ohren stößt.

Nachdem nun ein halbes Jahr in dieser Angelegenheit nichts passiert ist, haben wir mit Datum vom 28. Mai 2013 einen Erinnerungsbrief an den Bürgermeister versandt. Hier ein Auszug aus dem Wortlaut:
"nachdem der Gemeinderat am 12. Dezember 2012 den Beschluss über die Errichtung einer Gedenkstätte für die Zwangsarbeiter(innen) in der Gemeinde Marpingen vertagt hat, bitten wir dich uns mitzuteilen, welche weiteren Schritte in der Angelegenheit vorgesehen sind. Gerne sind wir bereit, einen Beitrag zur Erreichung des Zieles zu leisten."
Wir sind gespannt, wie lange es dauert, bis die Gemeinde reagiert.