Die "Alte Mühle" war mit 40 Personen voll besetzt und alle Besucher(innen) lauschten dem inspirierenden Vortrag von Professor Herbert Jochum. Es war tatsächlich ein Wunder, so Professor Jochum, dass nach dem von Deutschland initiierten Holocaust der Staat Israel mit der Bundesrepublik diplomatische Beziehungen aufnahm. Nachdem Hitler-Deutschland versucht hatte, die europäischen Juden auszurotten, war die Kontaktaufnahme mit Deutschland für die meisten Israelis ein Unding.Dennoch kam es am 12. Mai 1965 zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden neu entstandenen Staaten. Professor Jochum skizzierte die Meilensteine der deutsch-israelischen Freundschaft und zeigte die wichtigsten Gebiete der Zusammenarbeit auf. Heute hätten mehr als 70% der Israelis ein positives Bild von Deutschland. In der anschließenden Diskussion wurde über Judenfeindschaft allgemein und über das schwierige israelisch-palästinensische Verhältnis gesprochen.
Am 15. Juli 2015 wurde Oskar Groening vom Landgericht Lüneburg zu 4 Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord verurteilt. Er war als SS-Unterscharführer Aufseher im Vernichtungslager Auschwitz und hatte zugegeben, das Morden dort gesehen zu haben und nichts dagegen unternommen zu haben. Erstmals wurde in Deutschland juristisch festgestellt, dass einer, der angeblich nur ein Rädchen im Getriebe der Mordmaschinerie gewesen war, sich dennoch als Helfer der Mörder mitschuldig gemacht hat.
Im Marpinger „Ehrenbuch“ wird der SS-Unterscharführer Reinold Schmidt als Held geehrt. Er war von 1941 bis 1945 ebenfalls Aufseher in Auschwitz. Alle unsere Appelle und Anträge an die Gemeinde, das „Ehrenbuch“zu annullieren oder wenigstens abzuändern, waren bisher erfolglos. Die Gemeinde Marpingen verweigert es nach wie vor, diesen – wie jetzt juristisch festgestellt – Mord-Helfer aus ihrem „Ehrenbuch“ zu streichen.
"Stolpersteine-Putzaktion" und Informationsstand am 8. Mai 2015 auf dem Schlossplatz in St. Wendel
Die St. Wendeler Stolpersteine leuchten wieder wie neu. Zusammen mit den Schüler(innen) der Projektgruppe „Wendalinum Wider das Vergessen“ des Gymnasiums Wendalinum säuberten und polierten Mitglieder des Vereins die 20 St. Wendeler Stolpersteine. Mit der Putz-Aktion und einem Info-Stand auf dem Schlossplatz erinnerte der Verein am 8. Mai an die 70-jährige Wiederkehr der Befreiung vom verbrecherischen Nazi-Regime. Die Teilnehmer(innen) an der Putzaktion waren ausgestattet mit Spezial-Reinigungsmittel, Schwämmen und Wasser und zogen in 3 Teams los, um die Steine vom Schmutz zu befreien.
Zusammen mit der Aktion 3.Welt Saar hat der Verein eine Broschüre erstellt, die in einer Auflage von 12.000 Exemplaren kostenlos im gesamten Kreis St. Wendel verteilt werden wird. Sie hat den Titel "Gegen das Vergessen - Orte des NS-Terrors und Widerstandes im Landkreis St. Wendel". Darin wird auf 28 Seiten anhand ausgewählter Ereignisse und Personen das Geschehen während der Nazis-Herrschaft im Kreis St. Wendel exemplarisch dokumentiert. Die Broschüre wurde am Montag, dem 13.04.2015, im Mia-Münster-Haus in St. Wendel vor vollem Haus vorgestellt. Landrat Udo Recktenwald und Staatssekretär im Sozialministerium Stephan Kolling sprachen im Beisein der Landtagsabgeordneten Heike Kugler und Magnus Jung und der Bürgermeister von Tholey und St. Wendel Grußworte. Der Vereinsvorsitzende stellte im Anschluss in einer Powerpoint-Präsentation die Broschüre vor. Sie kann kostenlos beim Verein (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder bei der Aktion 3.Welt Saar (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) bestellt werden. Klicken Sie hier zum Download.
Der Vereinsvorsitzende erhielt die Gelegenheit in der Zeitschrift "Saarbrücker Hefte - Saarländischen Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft" Nr. 110/111 vom Sommer 2014 einen Beitrag über Alois Kunz aus Marpingen zu veröffentlichen. Darin wurde das Leben des Sozialdemokraten und Widerstandskämpfers Alois Kunz mit dem Leben des langjährigen saarländischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Röder, NSDAP-Mitglied seit 1933, verglichen. Kunz kämpfte während der Abstimmungszeit vehement gegen den Anschluss des damaligen Saargebietes an Hitler-Deutschland und wurde dafür in Auschwitz ermordet. Röder trat schon 1933 in die NSDAP ein, zu einer Zeit als das Saargebiet noch nicht unter dem Einfluss des verbrecherischen Nazi-Regimes stand, hatte fortan ein gutes Leben und schaffte es als ehemaliges NSDAP-Mitglied nach 1945 zum langjährigen Ministerpräsidenten des Saarlandes. Hier können Sie den gesamten Artikel lesen.